DIY

Das Familienbett

Sonntag Morgen. Man liegt noch halbverschlafen im Bett und das Füßchen der Zweijährigen bohrt sich liebevoll in den Bauch oder den Rücken. Dabei kitzeln die Haare der Sechsjährigen so herrlich im Gesicht und die bessere Hälfte klaut einem die Decke, während die Zweijährige dabei ist, sich quer in das 1,40m breite Bett zu legen. Herrlich, oder? Ist das nicht schön? *lach*

JA! Das ist nicht schön! 😀

Zu viert in solch einem Bett ist es schon recht kuschelig. Das war es dann aber auch schon mit den Vorteilen. Daher war für uns klar, dass spätestens mit dem Umzug ins Haus auch ein Familienbett gebaut werden sollte.

Aus Kostengründen wollte ich die vorhandene Matratze mitsamt Lattenrost erhalten und so planten wir eigentlich „nur“ mit 2,10m , max. 2,40m. Schließlich ist es doch einfacher, wenn man lediglich ein 90er oder 100er Bett „dazustellt“. Reicht doch auch vom Platz her.

Naja, lange Rede, kurzer Sinn: Es sind 2,80m geworden. 😉 Das Symetriebedürfnis hat die Oberhand gewonnen und somit galt es, den Rahmen für zwei 1,40m-Lattenroste zu bauen.

Wie so üblich, zuerst die grobe Bauzeichnung und damit einhergehend die Planung des Materialbedarfs.

Der nächste logische Schritt war somit die Fahrt in den Baumarkt, respektive „IKEA für Männer“. *lach

Nachdem ich mich an diversen Gerätschaften und Werkzeugen sattgesehen hatte, schaffte ich es dann doch die Einkaufsliste abzuarbeiten. Noch den Zuschnitt-Service in Anspruch genommen und schon ging es wieder nach Hause.

Schon mal grob das Material hingelegt und geschaut, ob das dann alles auch so passen könnte.

Zuerst das Kopfteil:

Und weiter geht es mit dem eigentlichen Bettgestell:

Die nächsten Tage war ich dann mit lasieren, trocknen lassen, schleifen, wieder lasieren und wieder schleifen beschäftigt. Unsere bisherige Schlafzimmerkommode war und ist nunmal weiß lasiert und wir wollten das Bett dementsprechend anpassen.

Zuallererst widmete ich mich dem einfachen Teil und schraubte die Unterkonstruktion für die Lattenroste zusammen. Das war nun wahrlich kein Hexenwerk und diente eher dem Warmwerden.

Jetzt ging es aber ans Eingemachte und das Kopfteil wollte in Angriff genommen werden. Zuerst wieder grob die Einzelteile hingelegt und dann schon mal den Rahmen zusammengeschraubt. Da ich keine Bretter in der Länge von 2,80m bekommen habe, habe ich die vorhandenen Bretter mit Holzstiften zusammengeleimt. Natürlich wäre mir ein komplettes und durchgängiges Brett lieber gewesen, aber bei Projekten, die eben nicht 08/15 sind, muss man zur Not auch Kompromisse eingehen.

Nachdem dann alles soweit verleimt und ausgehärtet war, ging es ans zusammenschrauben. Also munter zum Akkuschrauber gegriffen…. Aufgrund dessen, dass die Bretter nur eine Stärke von 1,8cm haben, ist vorbohren mal wieder unerlässlich. Ist zwar zeitaufwendig und vielleicht auch nervig, aber allemal besser als wenn das mühsam zugeschnittene und lasierte Brett reißt. Denn dann hat man eigentlich nur noch verdammt teures Feuerholz. 😉

Und ein paar Schrauben später steht auch schon der Rahmen für das Kopfteil:

Zuschnitt und rechte Winkel haben gepasst und somit ging es direkt mit der Verkleidung des Kopfteils weiter. Zu diesem Zeitpunkt lief das ganze Projekt echt flüssig und ich bin gut vorangekommen.

Kurzer Check, ob das Kopfteil auch in die Schräge passt und ob ich mit der Breite nicht übertrieben habe. Aber alles im grünen Bereich. Allerdings wurden mir so langsam die tatsächlichen Ausmaße dieses Bettes bewusst. Auf dem Papier ist das eine Sache, aber wenn man das dann so wirklich sieht …. 😀

In Zeiten moderner Kommunikation und eines erhöhten Strombedarfs der neumodischen Kommunikationsmittel musste natürlich auch eine Lösung für das nächtliche Aufladen und im Allgemeinen für ein bisschen Strom gefunden werden. Die Seiten des Kopfteils wurden daher jeweils mit einer Steckdose nebst zweier USB-Anschlüsse ausgestattet.

Um zu verhindern, dass die Kanten beim Aussägen reißen, kann ich den großzügigen Einsatz von Krepp-Band empfehlen, um die Kanten zu schützen. So sollte das Ganze dann im Ergebnis aussehen. Lieber ein bisschen zuviel abgeklebt als zu wenig, aber dafür gibt es auch ein sauber ausgesägtes Loch.

Ich habe dann auf beiden Seiten die Steckdosen eingesetzt, miteinander verbunden und dann brauchte das Kabel nur noch eingesteckt zu werden.

Soooooo, jetzt das Kopfteil an die Wand gestellt und die Auflagen für die Lattenroste ausgerichtet. Hier habe ich die Füße von hinten mit dem Kopfteil verschraubt. Einfach und stabil.

An der Stelle noch ein kleiner Tipp oder auch ein „Lifehack“:

Die Füße des Gestells (und das Kopfteil) unbedingt mit Filzgleitern ausstatten. Das hilft ungemein, wenn man das 280×200 Bett mal von der Wand wegschieben muss. 😉

So, ich befinde mich nun auch schon auf der Zielgeraden, denn viel ist nicht mehr zu tun. Kopfteil steht, Steckdosen eingesetzt, der Rahmen für die Lattenroste ist auch verschraubt, ….

Ist das nicht geil, wenn man sieht, wie ein Projekt immer mehr Form annimmt? Wie es immer mehr entsteht und immer mehr wird?

So ging es mir bei unserem Familienbett. Mit jedem Brett und jeder Schraube wuchs mein Grinsen im Gesicht. 😀

Lattenroste und Matratzen lagen am Umzugstag drauf und die Vorfreude wuchs. Nach dem Einzug und mit ein bisschen Deko sieht das dann auch sehr sehr gemütlich aus, oder?

Wir genießen unser Familienbett und gerne darf das Töchterchen sich jetzt auch quer im Bett austoben und hinlegen. Platz genug ist vorhanden….

Habt ihr auch so ein Familienbett? Würde es euch reizen? Was würdet ihr anders machen?

Schreibt es uns in die Kommentare! 🙂

Liebe Grüße

Nils

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